Man stelle sich einen Menschen vor, der alles Schöne liebt, der sich grundsätzlich jede neue Theorie ansieht, neue
Bilder betrachtet und neue Musik hört. Solch ein Mann ist kein Philosoph, da er nur schöne Dinge liebt, wärend der
Philosoph die Schönheit selbst liebt. Der Mensch der nur schöne Dinge liebt, träumt; der Mensch aber, der die absolute
Schönheit liebt, ist hellwach. Der eine hat eine Meinung, der andere aber Erkenntnis.
[...]
So kommen wir zu dem Schluß, daß die Meinung zur sinnlichen, die Erkenntnis hingegen zu einer übersinnlichen, ewigen
Welt gehört; die Meinung befaßt sich also mit einzelnen schönen Dingen, die Erkenntnis aber mit der Schönheit
selbst.